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Stadtentwässerungsbetriebe Köln
Verwaltungsgebäude, Köln, 2006


Farben können eine Landschaft genauso bestimmen wie die Verwerfungen der Topografie. In der rheinischen Tiefebene vor den Toren Kölns liegt der Erweiterungsbau der Hauptverwaltung für die Stadtentwässerungsbetriebe Köln. Flankiert von den flachen weißen Hallen des direkt angrenzenden Wirtschaftshofs und der unmittelbaren Nachbarschaft eines mit Klinkern besetzten Heizkraftwerks von O.M. Ungers setzt die aus Betonfertigteilen gefügte Hauptverwaltung Akzente: „Who’s afraid of orange and green“, könnte man in Abwandlung eines Gemäldetitels des amerikanischen Farbmalers Barnett Newman fragen?

Geschosshohe Scheiben in den Signalfarben Orange und Grün punktieren die Ansichten des viergeschossigen Bürobaus mit L-förmigem Grundriss. Den geboten des künstlerischen Minimalismus folgend, stellt Johannes Schilling durch die Fassaden eine abstrakte wie ideale Ordnung her.

Kraft der Farben und mittels der Strukturierung der rhythmisierten Sichtbetonfassade durch Fensterbänder und Öffnungen, z.B. für Eingang und Dachgarten, erhält das Bauwerk Ansätze eines meditativen Ganzen. Form und Farbe stehen völlig losgelöst vom Kontext. Selbst die wuchtige Masse des benachbarten Kraftwerks verschwindet dabei wie in einem Nebel.

Die Hauptverwaltung wird als ein geschlossenes Ganzes wahrgenommen, welche durch die räumliche Einbindung in fast nichts tangiert wird. Dabei ist es auch völlig nebensächlich, dass z.B. die farblich getönten Scheiben das Ende eines jeweiligen Korridors markieren. Wichtig allein ist die übergeordnete Position der Ganzheit.