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Heilig-Geist-Kirche Olpe
Neugestaltung und Verkleinerung, 2015


Konzept
Die wesentlichen Eigenschaften und Potentiale des Ortes sind eng mit der Hanglage und mit den Ausblicken in die gegenüberliegende Landschaft verbunden. Die Verbesserung der äußeren und inneren Wirksamkeit und Wahrnehmbarkeit dieser Merkmale ist grundlegend für die Neukonzeption der 1966-1968 vom Dortmunder Architekten Theo Schwill erbauten Kirche. Dabei werden die Durchlässigkeit zur Landschaft sowie die Zugänglichkeit von Kirche und Pfarrheim aufgewertet. Auch die räumliche und nutzungsbedingte Integration von Pfarrheim und Kirche wird gestärkt. Trotz der notwendigen Verkleinerung durch teilweisen Rückbau sowie funktionaler Verbesserungen bleibt die Charakteristik des hallenartigen Kirchenraums erhalten und wird atmosphärisch sensibel aufgewertet. In liturgischer und architektonischer Hinsicht war nicht die vorgegebene bauliche Raumhülle das Problem, sondern ihre innere Ordnung. Es ging weniger darum, einen neuen Raum im alten Raum zu erfinden, als den bestehenden Ort und seine Qualitäten neu zu entdecken und erfahrbar zu machen. Das, was bereits da ist, wollten wir einfach nur verzaubern: es ist immer noch da, aber es wird auch wiederum gleichzeitig etwas gänzlich Neues und Anderes.

Zentrum
Durch den Rückbau der heutigen Werktagskapelle entstand ein Freiraum, der von allen Ebenen aus direkt zugänglich ist und auf Straßenniveau einen neuen zentralen Vorplatz mit frei stehendem Kirchturm bildet. Das Gemeindeleben kann sich so ungehindert nach außen entfalten. Die neue Eingangshalle verbindet terrassenartig die unterschiedlichen Ebenen und Nutzungen des Gebäudes. Gleichzeitig wird die zentrale Bedeutung des Kirchenraumes an jeder Stelle präsent. Schon beim Betreten der Eingangshalle vom neu geschaffenen Vorplatz aus kann man direkt in die Kirche gelangen. Gleichzeitig erhält man von hier aus schon einen Überblick über alle Bereiche des Gebäudes sowie einen schönen Ausblick in die Landschaft jenseits der Bigge. Über die Treppenkaskade oder mit dem Aufzug gelangt man in Richtung Landschaft hinab bis zu den Gemeinderäumen. Dort findet man Gelegenheit, sich zwanglos an einen Tisch zu setzen, den Ausblick zu genießen und sich miteinander zu unterhalten. In konstruktiver Hinsicht wird das bestehende Betonskelett dazu genutzt, dem Gebäude neues Licht und neue Freiraumbezüge zu geben.

Pfarrheim
Die derzeitige Positionierung der Räume des Pfarrheims sowie der Jugendräume wurde nicht grundsätzlich verändert, erfährt jedoch eine funktionale und räumliche Optimierung. Die funktionalen Zusammenhänge wurden gestrafft und für den täglichen Gebrauch tauglicher gemacht. Barrierefreiheit für alle Altersgruppen, sinnvoll angeordnete Lager- und Transportmöglichkeiten, neue Außenbezüge sowie eine angemessene Multifunktionalität konnten ohne übertriebenen Aufwand geschaffen werden.

Kirche
Eine Insel aus starken Eichenholzbohlen zentriert den liturgischen Bereich innerhalb des großen, offenen Kirchenraums. Eine sichere Arche, ein sinnliches und gemütliches Floß, ein wirklich guter Ort für die gemeinsame Feier des Abendmahls. Die liturgische Ordnung wurde hinsichtlich einer starken Verbindung zwischen Gemeinde und Liturgie intensiv räumlich neu durchdacht und erfahrbar gemacht.